Bestattungs-Riten

Ende des ersten Teils nimmt Medea ein Beil und zerteilt den Leichnam ihres toten Bruders Absysrtos. Das Ritual wirkt auf alle „Aussenstehenden“ barabrisch und gewaltig.
Unsere heutigen Rituale in unser Gesellschaft sind dabei den antiken Ritualen erstaunlich ähnlich, die damit als Vorläufer auch unser Traditionen gelten können: Die Bestattung eines Verstorbenen war die höchste Pflicht der Angehörigen, die Vernachlässigung wäre ein Vergehen gegen den Verstorbenen und die Götter gewesen. Der Körper des Toten wurde mit duftenden Essenzen und Wasser, das in eigens für den Totenkult gefertigten Vasen aufbewahrt wurde, gewaschen und in weiße Gewänder gekleidet. Dann umwickelte man ihn mit Stoffbinden, hüllte ihn in ein Leichentuch und legte ihn auf ein Totenbett, wobei sein von Blüten bekränzter Kopf auf einem Kissen ruhte.

Am Totenbett versammelte sich die Familie in Trauerkleidung, um den Verstorbenen zu betrauern. Der Tote wurde in den frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang beigesetzt, damit sein Anblick nicht die Götter beleidigte. In einem Leichenzug wurde der Körper des Verstorbenen zum Friedhof in der Umgebung der Stadt getragen. Dort wurden sein Leben und seine Taten in Reden gelobt und er wurde gemeinsam mit Grabbeigaben entweder begraben oder auf einem Scheiterhaufen verbrannt. In letzterem Fall wurde seine Asche in einer Urne aufbewahrt. Die Verwandten versammelten sich nach der Bestattung zum Leichenschmaus.

Demgegenüber steht der asiatische Kult, der heute noch in Tibet als „Himmelsbestattung“ praktiziert wird und offensichtlich auch in „unserem“ Kolchis praktiziert wird. Bei dieser buddhistischen Himmelsbestattung wird der Körper des Verstorbenen vom Bestatter zerteilt, damit die Aasgeier die kleinen Teile gut fressen können. Wenn die Vögel danach wieder losfliegen, landet der Verstorbene so im Himmel.

Objektiv begründet ist sie durch für eine Erdbestattung zu harte Steppenerde und für eine Feuerbestattung den Mangel an Brennholz. In der Tradition sind dann die ethischen Grundsätze und religiösen Begründungen dazu entstanden.