Kennst du Orpheus? Hast du schon einmal etwas von ihm gehört? Vielleicht von seiner berühmten Fahrt auf der Argo nach Kolchis, um mit Jason das Goldene Vlies zu erobern?
Vielleicht davon, dass Flüsse ihre Wege ändern, Felsen zu weinen beginnen, die Götter im Olymp lauschen wenn er singt?
Vielleicht hast du auch gehört, dass er das Tieropfer für die Götter abgelehnt hat.
Aber bestimmt hast du von Eurydike und ihm gehört – jener herzzerreißenden Geschichte, in der Orpheus seine geliebte Frau durch einen Schlangenbiss verlor und er sich aufgemacht hat in den Hades, um sie zurückzuholen. Was eigentlich keinem Sterblichen gelingt, gelingt ihm. Weil er durch seine Musik den gesamten Hades anrührt und Persephone, die Herrin der Schatten und Hades, der Herr der Unterwelt, geben Eurydike frei, wenn, ja wenn Orpheus sich nicht umblicke.
Natürlich kommt es anders. Und Orpheus blickt sich um und verliert Eurydike für immer.
Aber warum blickt er sich um? Oder war Eurydike nie wirklich hinter ihm? Hat er nur verstanden, dass dieser Verlust endgültig ist?
Sehnsucht und Verlust – das sind die beiden Themen dieser von Vergil geprägten Sage.
Unerträglicher Verlust. Unerfüllbare Sehnsucht.
Sieben Geschichten erzählen wir. Sieben Geschichten von Künstler:innen. Von deren unerfüllbarer Sehnsucht. Und von unerträglichem Verlust. Immer anders: mal satirisch, mal tragikomisch, mal dramatisch. Und doch immer gleich.
Siehst du hin, Orpheus?