Zu groß zum Sterben?

Ab heute stellen wir dir jede Woche einen unserer sieben Shorts vor. Sieben Kurzgeschichten, sieben Menschen – und sieben Mal dieselbe Frage: Was passiert mit dir, wenn du verlierst, was sich nicht ersetzen lässt?
Wir fangen dort an, wo es am lautesten ist.

O ist ein Weltstar. Fünf Alben, 281 Millionen Follower. Und ein Vertrag, aus dem sie raus will.

Denn ihre Plattenfirma hat etwas getan, was sie ihr nicht verzeiht: Sie hat das Lied „Flügel“ als Werbejingle an eine Fluggesellschaft verkauft. An die Fluggesellschaft, bei deren Absturz Os Eltern gestorben sind.

Also steht O an diesem Morgen im Büro der CerBerUs Music Group. Drei Menschen führen dieses Unternehmen: Cer, Ber und Us. Sie lachen viel, und ihr Lachen klingt wie Gebell. „Wir kläffen nicht, wir bellen“ – das ist seit Jahren ihr Slogan.

O ist nicht allein gekommen. Sie hat ihren Anwalt dabei und ihre Band: Sis an der Gitarre, Tan am Schlagzeug, Ix am Gesang, Ti am Bass. Und sie hat 281 Millionen Menschen im Rücken.

„Ich habe mir einen Ruf aufgebaut, den kann man nicht mehr zerstören“, sagt sie. „Ich bin zu groß zum Sterben.“

Wer die griechischen Sagen kennt, ahnt vielleicht schon, wer Cer, Ber und Us gemeinsam ergeben. Und wer von Sisyphos, Tantalos, Ixion und Tityos gehört hat, sollte bei den Namen von Os Band genauer hinhören. Diese vier haben in der Unterwelt eine Strafe bekommen, die niemals endet. Was passiert wohl, wenn ihnen jemand genau diese Strafe anbietet – und sie klingt wie ein Angebot, das man nicht ausschlägt?

„Too big to die“ ist unsere erste Saite und der satirischste unserer sieben Shorts. Es wird viel gelacht in dieser Szene. Und irgendwann merkst du, worüber.

Nächste Woche stellen wir dir die zweite Saite vor. Da geht es um eine Frau, die für einen einzigen Film alles aufgibt.

Karten für „Orpheus Shorts“ kannst du ab dem 22. August reservieren – alle Termine findest du hier.